setup tips für nullwind-drachen:
setup und einstellung von nullwind drachen, aus unseren newsletters: schweben . . . . .
waage zu steil?
du hast es sicher schon gespürt:
flach eingestellte waage
du kannst fast immer sofort einen flatspin iniziieren, dank dem etwas lebendigeren flugverhalten, z.b. während der steigphase eines hochstarts. zudem zieht der drachen eine spur weniger (auf englisch heisst eine flache waage deshalb "light bridle", leicht). flach ist die generell aktivere einstellung. limit nach vorne: der hintere waageschenkel kratzt an der spreize.
steil eingestellte waage
der urban ninja oder was immer steigt mit sattem zug bolzengerade in den zenith, so richtig effizient (auf englisch "heavy bridle", schwere waage). mit dem long way home z.b. werden aber flatspins oder andere moves schwieriger einzuleiten sein, weil der drachen so stabil und gerade in der luft liegt. limit nach hinten: so steil, dass der drachen fast nicht mehr steigt, sondern nur noch bockig zieht.
waage konzepte
wir haben mit aktiven waage-konfigurationen rumgespielt, testen weiter, aber alles hat seinen preis: auch wenn die aktivwaage von beidem, steiler stabilität und flacher agilität, ein bisschen etwas liefern kann: der knackige input kommt nur gezähmt zum drachen durch. die "aktiv-waage" wurde von andy wardley für freestyle lenkdrachen eingeführt und am benson outerspace erstmals realisiert. es gibt noch dynamische- oder turbo-waagen. europa-champ stefan furter und andere entwickeln und fliegen statische waagen: sie brauchen den direkten kontakt zu ihren competition-kites für die kontrolle bei präzision und tricks.

zurück zu unseren einleiner-drachen: da sie als aktiv-designs direkt auf inputs reagieren sollen, fliege sie mit eher flacher waage. praktisch heisst das: flache waage im hinterhof, etwas steilere waage für hohe, weiträumige gleitflüge in sils maria. teste auch extreme einstellungen, besonders in die flache richtung!
fein-tuning der symmetrie
wir gehen schön ausbalanciert in die luft:
anders als ein zweileiner-lenkdrachen oder gar ein revolution an vier schnüren hat ein aktiver einleiner-drachen den geradeausflug nach oben quasi eingebaut. dazu muss er sehr symmetrisch gebaut und einigermassen symmetrisch eingestellt sein. mögliche asymmetrien:
rahmen
gezogene carbon-rohre und umwickelte fiberglas-stäbe sind nie ganz gerade und haben meist eine steifere und eine weichere seite, abhängig von der qualität des materials. dreht man das rohr einer leitkante oder z.b. die querspreize, wird man spüren, wie es in eine bevorzugte längs-richtung springt. die skyshark 2pt's im long way home sind gerade und paarweise gewogen, diese kannst du hier ausser acht lassen.
obwohl die sich entsprechenden rohre links und rechts in den leitkanten bei allen unseren drachen immer aus dem selben rohling geschnitten sind, kann es beim aufbauen des drachens vorkommen, dass die beiden seiten genau diametral wirken: links zum beispiel alle rohre und stäbe in der starken lage, rechts alles weicher.
so wird eine seite des drachens schneller, meist auch mit mehr auftrieb verbunden, während die andere seite des segels weniger gespannt sein wird, dadurch weicher und langsamer.
was tun: meist reicht ein gutes durchrütteln des drachens vor dem start, und das gestänge in den leitkanten wird sich in seine energieärmste symmetrische lage drehen, vorallem bei den c'est la vies. gehört zum generellen start-check.
segel
ausser beim urban ninja (welcher eigentlich gar keine flügel hat) sind die flügelspitzen wichtige elemente der aerodynamischen symmetrie: sie liegen weit aussen und wirken als langer hebel auf die achse des drachens.
nach dem aufbau oder durch einem wingtip-bodenkontakt kann eine flügelspitze genau in der ebene des segels liegen, die andere jedoch schaut z.b. nach unten. diese seite wird langsamer fliegen und ein unerwünschtes drehmoment auf den flieger ausüben.
was tun: die wing-tips vor dem start von hand ausglätten, oder im flug mit einem satten impuls das segel straffen, was die flügelspitzen geraderichten sollte (durch die konstruktion mit den gleitenden delrin-kugeln begünstigt). teil des generellen start-checks.
gewicht
auch hier wirken die weit aussen liegenden flügelspitzen, wenn sie ungleich schwer sind. dafür gibt es zwei mögliche ursachen: wasser und sand. kondenswasser am abend oder regen läuft in der leitkante nach unten und sammelt sich in der wasserdichten spitze.
am strand von cervia dringt sand durch die leitkanten-öffnungen ein und wird sich leider ebenfalls nach unten bewegen und in den flügelspitzen als störender ballast wirken. diese vorgänge laufen fast immer asymmetrisch ab.
was tun: icarex ist fast dampfdicht, deshalb kann es sehr sehr lange dauern, bis eine innen feuchte leitkante trocknen wird. einige piloten stanzen deshalb ein kleines loch ganz unten in die flügelspitze, um luftzirkulation zu ermöglichen.
zudem entwässert solch eine öffnung auch während dem flug recht effizient, und sand kann ausgeschüttelt oder mit dem staubsauger entfernt werden.
toleranz
mit locker eingestelltem segel und mit steilerer waage werden alle unsere synergetischen drachen toleranter gegenüber asymmetrien und bei wind grundsätzlich stabiler in der luft stehen, womit sich auch für statische flüge der nutzbare windbereich nach oben hin erweitert.
testflug
vor einem langen, hohen flug mache ich einen kurzen start-check: ich prüfe den drachen optisch auf seine symmetrie, von vorne (nase zeigt zu mir) und von hinten. dann die oben genannten symmetrie-checks und kurz in die luft, am besten mit einem möglichst geraden hochstart. jetzt lande ich gerne mal kurz, ordne vielleicht nochmals das kabel, um unbeschwert den hohen flug zu starten.
zur kunst asymmetrischer drachen: buch: istvan bodozcky: hidden symmetry
einstellungen am c'est la vie, darling
der clv darling ist einfacher aufgebaut als die übrigen synergetischen drachen, primär fehlt ihm die y-line. diese regelt die effektive länge der x-line und damit die spannung oder besser entspannung des gesamten segels.

es bleiben die übrigen einstellungen:
- waage steiler für ruhigere, stabilere flüge oder flacher für agileres, reaktiveres verhalten
- z-line kürzer zur stabilisierung des geradeaus-gleitens (ausgeprägte v-form) oder länger (flacher drachen) für lebendigeres gleiten
die änderung der segelspannung beim variieren der z-line wird normalerweise mit der y-line kompensiert, also was tun beim darling?
schieben der seiten-connectors
die normal-position der spreizen-flügel-verbinder ist auf dem segel mit der schwarzen markierung angegeben. genauer: die x-line zwischen stopper und connector liegt genau auf dieser höhe. das ist bei allen unseren drachen so, immer senkrecht zur leitkante gesehen.
- stopper nach oben schieben: die wirksame länge der x-line wird vergrössert, die segelspannung nimmt zu, der darling gleitet schneller. oder zu schnell.
- stopper nach unten schieben: die x-line wird effektiv kürzer, das segel schön entspannt, der darling gleitet langsamer und schwebt ausbalanciert.
mittels schieben dieser stopper kann auch die symmetrie eines darlings feinjustiert werden. oder man gibt gewollt eine tendenz zum drehen in eine richtung vor, z.b. indoor.
das segel
ein fabrikneuer clv darling fliegt ein wenig zu schnell, weil die noch glatte folie wenig luft greift. deshalb sind die connectors bei den meisten darlings ab werk einige millimeter unterhalb der marke auf dem segel. es tut jedem darling gut, ihn mal eine stunde bei wind oben zu lassen, damit das segel geschmeidiger wird. es darf dabei rascheln. dann kann man je nach persönlicher präferenz die connectors nach oben schieben, meist wird aber die standard-position ausgeglichene flugeigenschaften ergeben.
modifikationen zur verbesserung eines zero 1.1:
es gibt 2 optionen, einen zero 1.1 drachen der ersten serie 2009 für verbesserte synergetische performance zu modifizieren:
detail nase:

das originaldetail der nase, der kielstab bewegt sich nach links und rechts, der drachen wird bei stärkerem wind instabil.

wir fixieren nun den kielstab streng mittig: 4 neue löcher sehr nahe an der symmetrieachse anstatt der 2 am serien-drachen.

der kern und die ummantelung der waageschnur: der mantel alleine ergibt eine weiche schnur mit gutem grip. die länge ist jetzt 180 mm, du kannst dann noch ein wenig kürzen, wenn die neue nase fertig ist.

mache mit feuerzeug und zange einen flange an einem ende der schnur.

dann eine schlaufe wie dargestellt. wir nennen dieses ding eine filzstift-schlaufe (pen-loop).

ziehe nun die schlaufe um einen filzstift zu. je stärker, umso zuverlässiger wird während dem flug die spannung entlang des kiels halten.

die spannschnur geht durch alle vier löcher, in dieser reihenfolge.

die kappe an der nase ist vorne aufgeschnitten, um mit der spannschnur zweimal durchfahren zu können.

jetzt kann durch ziehen an der schnur die segelspannung entlang des kielstabes zuverlässig reguliert werden. am schönsten ist null spannung, gerade soviel, dass das segel knapp faltenfrei liegt. mit stärkerer spannung wird sich der kiel durchbiegen, der drachen wird agiler.

die pvc kappe ist optional, manchen mag dieser look ein wenig aufgeräumter erscheinen.
die leitkanten-connectors:


schiebe die leitkanten-verbinder um 1 cm nach unten. das wird die x-line ein wenig spannen und das segel schön lockern.
die neue position ist 1 cm oder etwas mehr tiefer als beim erste-series zero 1.1 drachen.
optional: fliegen mit drachenschwanz:
wenn du, wie wir, gerne mit sehr langem schwanz fliegst, mache ähnlich wie zuvor an der nase zwei kleine löcher am heck des drachens, links und rechts nahe des kielstabes. dann eine schlaufe durch die löcher, um den kielstab herum, mit einem knoten am ende. jetzt ist der drachen bereit für flüge mit langem schwanz.